Das afrikanische Swakopmund ist die wohl deutscheste Stadt außerhalb Deutschlands


Meer und Wüste. Und das direkt nebeneinander. In Swakopmund geht beides. Der Jetty, ein 325 Meter langer Pier, ragt ins Meer hinein. Wenige Kilometer entfernt sind die Ausläufer der Namib-Wüste zu sehen.
Meer und Wüste. Und das direkt nebeneinander. In Swakopmund geht beides. Der Jetty, ein 325 Meter langer Pier, ragt ins Meer hinein…
Meer und Wüste. Und das direkt nebeneinander. In Swakopmund geht beides. Der Jetty, ein 325 Meter langer Pier, ragt ins Meer hinein. Wenige Kilometer entfernt sind die Ausläufer der Namib-Wüste zu sehen.
…wenige Kilometer entfernt sind die Ausläufer der Namib-Wüste zu sehen.

Ein ältere Dame lehnt über ihrem Einkaufswagen, zeigt mit dem Finger auf die Auslage an der Fleischtheke und fragt laut und deutlich: „Wie frisch sind denn die Steaks und was kostet das Kilo?“

Eine ganz normale Supermarktszene – wäre da nicht der Ort, an dem diese Frage auf deutsch quer durch alle Regalreihen hallt. Rund 8500 Kilometer liegen zwischen der deutschen Hauptstadt Berlin und der Stadt Swakopmund, in der sich die eben beschriebene Szene abspielt. Das namibische Swakopmund ist die wohl deutscheste Stadt außerhalb Deutschlands. Man spricht hier deutsch. Die Szene im Supermarkt „Pick´n Pay“ ist nicht ungewöhnlich. Im Nachbargeschäft kommt eine deutsche Stimme aus dem Radio, es sind – passend zur Vorweihnachtszeit – deutsche Weihnachtslieder zu hören. Auch die Tageszeitung „Allgemeine Zeitung Namibia“ erscheint fünfmal in der Woche auf deutsch.

Dieses Bild könnte auch an der deutschen Nordseeküste entstanden sein. Deutsche Straßennamen und deutsche Geschäftsnamen sind allerorts an den Fassaden der Häuser zu sehen.
Dieses Bild könnte auch an der deutschen Nordseeküste entstanden sein. Deutsche Straßennamen und deutsche Geschäftsnamen sind allerorts an den Fassaden der Häuser zu sehen.

Bismarckstraße, Kaiser-Wilhelm-Straße, die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. In Swakopmund liegen zweifelsohne die Ursprünge der einstigen Kolonie Deutsch-Südwest. Und diese Wurzeln sind auch heute noch sichtbar. Da hängen Schilder mit Frisör, Metzger und Augenoptiker an den Außenfassaden der Geschäfte. Es gibt ein Brauhaus und in den Bäckereien sind deutsche Meisterbriefe zu sehen.
Der karge Landstrich zwischen den unglaublichen Weiten der Namib-Wüste und dem Atlantik wurde von 1884 bis 1915 von den Deutschen regiert. Deutsch ist auch heute noch eine von neun Landessprachen in Namibia und in Swakopmund besonders verbreitet. Eine Stadt, die mit netten kleinen Häuserfassaden auch an jeder Nordseeküste stehen könnte, wäre da nicht der Wüstensand, der vom Wind tonnenweise in die Stadt getrieben wird.

Schon ein paar Meter außerhalb der Stadtgrenzen ändert sich das Bild des netten Städtchens schlagartig. Hier gibt es nur noch Wüste. Eine Landschaft, die oftmals erst auf den zweiten Blick eine unglaubliche Faszination bietet. Swakopmund und seine Umgebung sind auf Tourismus eingestellt. Von Quadfahrten durch die Dünen über Bootsfahrten bis hin zu Exkursionen in die Wüste wird hier alles angeboten.

Haus in den Dünen. Swakopmund ist auf Tourismus eingestellt und bietet hervorragende Unterkünfte, so wie hier die Desert Breeze Lodge.
Haus in den Dünen. Swakopmund ist auf Tourismus eingestellt und bietet hervorragende Unterkünfte, so wie hier die Desert Breeze Lodge.

Wer nur eine halbe Stunde aus dem quirligen Swakopmund mit dem Auto herausfährt, der wähnt sich in einer anderen Welt. Menschenleer ist es plötzlich in der Mondlandschaft. Beeindruckende Berge türmen sich auf und man sieht kilometerweit nur noch Sand. In unmittelbarer Nähe gibt es den „Welwitschia Drive“. Das sind die wohl hässlichsten Pflanzen der Welt. Auch ein Abstecher nach Cape Cross – hier soll Diego Cão im Januar 1486 als erster Europäer die afrikanische Landspitze betreten haben – und zur wohl größten Seehundkolonie Afrikas gehören zu einem Ausflug dazu.

Haus in den Dünen. Swakopmund ist auf Tourismus eingestellt und bietet hervorragende Unterkünfte, so wie hier die Desert Breeze Lodge.
Haus in den Dünen. Swakopmund ist auf Tourismus eingestellt und bietet hervorragende Unterkünfte, so wie hier die Desert Breeze Lodge.

Wohl jeder Namiba-Reisende hat Swakopmund auf dem Programm stehen. Die Stadt ist ein Muss. Manchmal offenbart sie sich erst auf den zweiten Blick als ein nettes Städtchen. Was auf jeden Fall dazu gehört, ist abends, nach einem Ausflug in die Wüste, ein kühles Bier. Das kann man prima am Jetty, einem 325 Meter langer Pier genießen. Zu empfehlen ist ein eiskaltes Windhoek Lager, natürlich auch nach deutschem Reinheitsgebot gebraut.

Und hier ist der Artikel Swakopmund – erschienen am 24. Januar 2016.

2 thoughts on “Das afrikanische Swakopmund ist die wohl deutscheste Stadt außerhalb Deutschlands”

  1. WOW, you are amazing in the way you write, I knew you were good with photography but this is a wonderful article.
    Good on ya mate.

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