„Total behindert“


Der Film „Total behindert“ feierte in der vergangenen Woche Premiere im Berliner Kino Babylon.  Es ist ein völlig ungewöhnlicher und beeindruckender Dokumentarfilm. Ich war bei der Premiere in Berlin dabei und habe neben diesem Blogbeitrag auch noch den Artikel – Total behindert –  über den Film veröffentlicht. 

Das Plakat zur Filmpremiere von "Total behidnert".
Das Plakat zur Filmpremiere von „Total behindert“.

Es ist schon eine eher ungewöhnliche Perspektive, wenn plötzlich die Kamera auf dem Boden landet und es Luftaufnahmen vom Berliner Himmel gibt. Oder die Kamera liefert wackelige Bilder, wird einfach über einen Zaun geworfen, oder verschwindet gar im Mund des „Kameramannes“.

Experimentelle, aber sehr beeindruckende Aufnahmen bietet der Film „Total behindert“, der in dieser Woche in Berlin Premiere feierte. „Total behindert“ überrascht, denn der Film bringt Momente auf die Leinwand, die man so noch nicht gesehen hat.

Es ist der erste Dokumentarfilm, der von und mit Menschen mit schwerer Behinderung gemacht wurde. Dabei übernehmen die Menschen mit schweren Behinderungen selber die Regie. Der 50-minütige Dokumentarfilm ist eine Kooperation zwischen der Dokumentarfilmerin Susanne Elgeti und ihrem Team von Videoaktiv e.V. und der Tagesförderstätte Harbigstraße der Lebenshilfe gGmbH in Berlin. „Es war eine Begegnung zweier Welten – kraftvoll und nachhaltig“, beschreibt Susanne Elgeti den fünfwöchigen Film-Workshop. 

Außergewöhnlich ist dieser Dokumentarfilm auf jeden Fall. Er bietet neben vielen ungewöhnlichen Perspektiven immer wieder humorvolle Szenen. Und zahlreiche sehr sensible Momente. Es gibt viele berührende Szenen. Beispielsweise wenn der schwer behinderte Ali plötzlich die Kameraführung selber übernimmt und seinen Blickwinkel zeigt. Oder Karline Tumler, die anfangs sehr schüchtern auf das Filmteam reagiert, aber im Laufe des Films Vertrauen entwickelt und der Zuschauer plötzlich ihren Blickwinkel einnimmt.

Es ist spannend zu sehen, wie sich zwischen Filmteam und den Menschen in der Tagesförderstätte im Laufe des Films eine echte Begegnung auf Augenhöhe entwickelt. Der Dokumentarfilm hinterfragt die gemeinsame Arbeit immer wieder selbst- und gesellschaftskritisch, ohne dabei allerdings mit dem Zeigefinger zu drohen. „Die intensivsten Momente sind immer, wenn man ihren eigenen Willen erkennen kann und wir ihnen helfen können, diesen umzusetzen“, hat Filmemacherin Elgeti erfahren.

Im Laufe des Workshops wurde zudem die Idee entwickelt, gemeinsam einen fiktionalen Film zu drehen. Der Stummfilm „Der Ausflug“ wurde ebenfalls bei der Premiere gezeigt.
Weitere Informationen zur Lebenshilfe Berlin gibt es im Internet.

www.lebenshilfe-berlin.de

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s