Der Wahlkampf auf Facebook – eine Bilanz


Bei der Bundestagswahl 2009 war Twitter gerade einmal drei Jahre alt und wurde mitunter noch belächelt. Facebook zählte zwar schon fünf Jahre, kämpfte aber immer noch gegen die VZ-Netzwerke (der eine oder andere wird sich daran erinnern) um Nutzerzahlen. Im Bundestagswahlkampf 2009 war Facebook kein Thema. Aber Zeiten ändern sich. Heute ist das Netz wichtiger denn je, um auch junge Wähler zu erreichen. Facebook ist – laut einer Studie –  in Deutschland zur wichtigsten Informationsquelle junger Menschen im Internet geworden. Fast zwei Drittel der 14- bis 29-Jährigen nutzen das soziale Netzwerk, um sich aktuell über Politik, Wirtschaft und Kultur zu informieren.Wir haben uns einmal angeschaut, wie aktiv unsere Bundestagskandidatinnen und -kandidaten Facebook nutzen. Und wir wurden bei 14 Bewerben in zwei Walhkreisen im Kreis Borken ziemlich enttäuscht.

Hier ist der Artikel, der am Mittwoch, 18. September, in der Wochenpost stand. Das Original-PDF gibt es mit einem Klick auf das Bild.    

Der Facebook-Check.
Einfach auf das Bild klicken und es geht zum Original-Artikel.

„US-Präsident Barack Obama hat es getan, Herausforderer John McCain ist dabei und natürlich fehlt auch US-Vizepräsident Joe Biden nicht: Sie alle haben ein Facebook-Profil und verfügen über viele Fans. Unschlagbar weit vorne ist Präsident Obama. Er hat auf seiner Facebookseite 36 Millionen „Gefällt-mir-Angaben“.

Soziale Netzwerke haben im US-Wahlkampf eine ganz wichtige Rolle gespielt. Obama hat sämtliche Facebook- und Twitter-Rekorde gebrochen. Was die können, können wir auch, haben sich viele Parteien in Deutschland vor der Bundestagswahl gesagt und ebenfalls auf Facebook und andere soziale Netzwerke gesetzt. Mehr oder weniger erfolgreich. An die 36-Millionen-Likes von Obama kommt Bundeskanzlerin Merkel nicht im entferntesten heran. Sie „gefällt“ nur rund 359.000 Facebook-Nutzern. Noch schlechter schneidet allerdings SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ab: Er hat schlappe 51.000 „Likes“ auf Facebook.

Die Wochenpost hat sich die Bundestagskandidaten aus den Wahlkreisen 124 und 126 im Kreis Borken angeschaut. 14 Kandidatinnen und Kandidaten gehen hier für ein Bundestagsmandat auf Stimmenfang. Wie aktiv sind diese Kandidaten im sozialen Netwerk bei Facebook? Wir haben uns das mal genauer angeschaut.
Wenn es bei unseren Recherchen einen Gewinner gibt, dann ist das wohl der Bundestagsabgeordnete Jens Spahn, Wahlkreis (WK) 124. Er ist absoluter Facebook-Spitzenreiter in unserem Verbreitungsgebiet. Spahn hat rund 2900 Likes, eine Facebookseite, die intensiv gepflegt wird und auf der viel diskutiert und kommentiert wird. Sein Parteikollege Johannes Röring (WK 126) ist hingegen überhaupt nicht bei Facebook zu finden.
Die Damen der SPD – Ingrid Arndt-Brauer (WK124) und Ursula Schulte (WK 126) – sind ebenfalls mit einer eigenen Seite bei Facebook vertreten. 116 Likes hat Arndt-Brauer und Schulte hat 74 Gefällt-mir-Angaben. Die relativ wenigen Gefällt-mir-Angaben hält die beiden Politikerinnen allerdings nicht davon ab, regelmäßig und fleißig auf ihren Seiten Neuigkeiten zu posten.

Von den Grünen haben wir nur Frank Büning (WK 126) bei Facebook gefunden. Er unterhält dort eine private Seite und postet einiges öffentlich. Dr. Jörg Winterfeld haben wir bei Facebook gar nicht gefunden.
Aktiv mit einer eigenen Seite ist FDP-Kandidat Kevin Schneider (WK 126) unterwegs. Seine Seite hat fast 180 „Likes“ und es wird dort aktiv kommentiert. Die FDP-Bundestagsabgeordnete Claudia Bögel-Hoyer (WK 124) unterhält lediglich eine private Seite, auf der sie allerdings regelmäßig politische Aktivitäten veröffentlicht

Bei den Piraten haben wir ehrlich gesagt mehr erwartet: Siegfried Kerkhoff (WK 126) hat nur eine private Seite, auf der er ein paar Neuigkeiten teilt. Die Resonanz auf seine Postings ist allerdings hier sehr verhalten und es gibt kaum Kommentare und Likes. Seine Piraten-Kollegin Wiebke van den Berg (WK 124) haben wir bei Facebook erst gar nicht gefunden.

Die Kandidaten der Partei „Die Linke“ – Robert Brandt (WK 124) und Heidi Breuer (WK126) haben wir auf Facebook ebenfalls nicht gefunden. AFD-Kandidat Alfred Heitmann (WK 126) ist wie sein Parteikollege Helmut Seifen (WK 124) nur mit einer privaten Facebook-Seite vertreten.“

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