Bombensicher im Netz unterwegs


Das Internet steckt voller Gefahren. Wer sich darin bewegt, kommt darin um. Oder so ähnlich…

Nicht für China, nicht für die  NSA und nicht für andere. Meine Daten bleiben bei mir!
Nicht für China, nicht für die NSA und nicht für andere. Meine Daten bleiben bei mir!

Mit der Sicherheit im Netz ist das ja so eine Sache. Ich möchte „bombensicher“ im Netz surfen und hasse es, wenn meine Daten von NSA, CIA, oder sonstigen Geheimdiensten abgegriffen bzw. dank Microsoft, Facebook, Google usw. einfach weiter gegeben werden. Ich mag es nicht, wenn man mir beim Surfen, oder beim Verfassen einer Kurznachricht über die Schulter schaut. Glücklicherweise gibt es ja zahlreiche Programme, die man nutzen kann, um beispielsweise Kurznachrichten sicher (und verschlüsselt) zu verschicken. Und ich habe jetzt eins dieser Programm auf meinem iPhone installiert. Der ToddiBo nutzt ab sofort nur noch „Wickr“  bekam ich als Einladung, ebenfalls auf die WhatsApp-Alternative umzusteigen. Gute Idee: Das Programm ist übersichtlich, hat jede Menge Sicherheitseinstellungen und ist ebenfalls kostenlos. Das Problem ist momentan nur: Ich bin bei „Wickr“ ziemlich alleine.

Ich habe das schon einmal erlebt. Irgendwann, als Facebook mal wieder an den Privatsphäreeinstellungen herum geschraubt hat, da habe ich nach einer Alternative gesucht. GooglePlus war und ist bis heute keine Alternative. Das heißt schließlich vom Regen in die Traufe kommen. Also habe ich Diaspora getestet. Gut und sicher. Laut Aussage sollten bei Diaspora die Nutzer ihre Daten selbst auf ihrem eigenen Server ablegen oder einen vertrauenswürdigen öffentlichen Server dafür auswählen können. Also eine echte Alternative zu den Datensammlern Facebook und GooglePlus. Toll! Nur war ich auch bei Diaspora so ziemlich alleine. Jetzt macht Social-Networking ja eigentlich erst Spaß, wenn man ein paar Leute kennt, die mitmachen. Das war bei Diaspora nicht der Fall und deshalb habe ich mich dort auch ziemlich schnell wieder verabschiedet. Ob ich mich nun auch bei „Wickr“ schnell wieder verabschiede? Ich glaube nicht.

Momentan versuche ich unter meinen WhatsApp-Kontakten jede Menge Überzeugungsarbeiten für „Wickr“ zu leisten. Mit einigem Erfolg – und deutlich mehr Misserfolg. „Ob sich denn bei mir bereits WhatsApp-Sicherheitslücken bemerkbar gemacht hätten?“, lautete beispielsweise eine Frage. Nein, die haben sich bei mir explizit nicht bemerkbar gemacht, aber WhatsApp ist jetzt nicht für Aufklärung und Transparenz bekannt, was seine Sicherheitslücken betrifft. Es reicht eigentlich, wenn man WhatsApp und Sicherheit einfach mal googelt.

Wickr

Das eigentliche Problem ist allerdings nicht, dass WhatsApp mit unseren Daten herumschlampt. Das eigentlich Problem ist, dass wir uns immer besser verstecken und verschlüsseln müssen, wenn wir unsere Daten für uns behalten wollen. Mit großer Selbstverständlichkeit werden unsere Daten einfach abgegriffen, weitergereicht und damit missbraucht. Egal, ob es nun die großen Unternehmen wie Facebook, Google, Microsoft usw. handelt, oder diese Daten gleich an „offizieller Stelle“ abgegriffen werden: Das Resultat ist am Ende immer identisch. Unsere Daten sind relativ „frei“ zugänglich, wie nicht zuletzt die Snowden-Enthüllungen zeigen.

Was dagegen gemacht wird? Nichts! Unsere Bundesregierung – und besonderes Kanzlerin Merkel, Innenminister Friedrich und Kanzleramtsminister Pofalla – eiern bei der Vorratsdatenspeicherung herum, lassen bei den NSA-Enthüllungen alles offen und erklären diese NSA-Affäre gar offiziell für beendet (Pofalla). Als Bürger fühle ich mich da ziemlich veräppelt. Natürlich mache ich mir Sorgen um meine Daten. Natürlich überlege ich – auch wenn ich keinen Terrorangriff plane – wie ich meine Mails verschlüssel, mit welchen Browser ich wie surfe und wie ich was an sensiblen Daten verschicke. Und natürlich schaue ich mir Apps wie „Wickr“ an. Auch wenn ich dort momentan noch ziemlich alleine bin. Solange nichts für die Sicherheit unserer Daten getan wird und jeder sich daran bedient und bedienen kann, müssen wir selber etwas machen. Das heißt vielleicht auch, dass Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, um noch mehr Nutzer auf sichere Apps aufmerksam machen.

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