Peilsender in Schlüsselanhängern und andere „unglaubliche“ Hoax


Ich bin immer wieder überrascht, wenn ich – zumeist auf Facebook – diese „unglaublichen“ Geschichten lese, die sich wie ein Lauffeuer verbreiten. Virenwarnungen, die unsäglichen „Wer-hat-auf-dein-Profil-geschaut“-Meldungen, Whats-App wird kostenpflichtig oder meine Lieblingsmeldung: „Facebook ändert die AGBs. Wenn ihr eure Daten sichern wollte und die Rechte an euren Bildern behalten möchtet, dann posted diese Meldung…“

Ich mag diese Hoax-Meldungen und staune immer wieder, wie schnell sie sich verselbstständigen und wo sie plötzlich überall zu finden sind. Jetzt bin ich als Journalistin selber sehr viel bei Facebook. Unsere App wird über das Netzwerk gepflegt und wir greifen auch die eine oder andere Geschichte dort ab. Eine dieser Hoax-Geschichten kursiert seit ein paar Wochen in unserem Verbreitungsgebiet und Leser haben die Geschichte an uns herangetragen. Und wir haben natürlich recherchiert. Und dann haben wir heute mal wieder das Internet ausgedruckt. Hier ist der Bericht vom Sonntag, 24. Februar. Interessant ist übrigens der Link am Ende des Beitrages. Dort sind so einige Hoax aufgelistet:

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„Immer dreistere Methoden verwenden Einbrecher. Das ist leider so. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich momentan in unserem Verbreitungsgebiet – und zwar genau gesagt in Vreden – eine angeblich dreiste Geschichte um Einbrecherbanden, die Schlüsselanhänger verschenken, in denen sich kleine Peilsender befinden. Mit diesen Peilsender sollen die Besitzer der Schlüsselanhänger angeblich geortet werden. Mit dem Ortungsgerät können die Einbrecherbanden dann erkennen, wo man wohnt und wo man sich momentan aufhält. Befindet man sich nicht Zuhause, wird eben dieses Zuhause von der Einbrecherband ausgeräumt. „Also! Bloß keine Schlüsselanhänger als Geschenk annehmen“, lautet die Botschaft, die sich momentan rasend schnell in Vreden verbreitet. 

Was auf den ersten Blick völlig absurd und unmöglich klingt, wird von vielen Bürgern Ernst genommen. Auch an die Wochenpost wurden in den vergangenen Tagen viele Anfragen herangetragen. Wir haben natürlich reagiert und bei der Polizeibehörde in Borken nachgefragt:
Frank Rentmeister, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Borken, winkt auf Anfrage der Wochenpost gleich ab. „Das ist ein Hoax. An der Geschichte ist Nichts dran“, so Rentmeister. Er verweist auf eine Internetseite der technischen Universität Berlin, auf der sämtliche Falschmeldungen gesammelt und veröffentlicht werden. Auch die „Vredener“ Schlüsselbundgeschichte ist auf dieser Seite zu finden. Dort heißt es, „dass es keinerlei bestätigte Fälle gibt, in denen Aktivitäten wie das Verteilen präparierter Schlüsselanhänger
tatsächlich beobachtet wurde.“
Hintergrund der Legende ist offenbar eine Tankstellenkette in Südafrika, die im Jahr 2008
Schlüsselanhänger an ihren Tankstellen verkauft hat, um Werbung für Kraftstoff zu machen. „Schon bald tauchten die ersten Gerüchte auf, welche geheimnisvollen Funktionen darin stecken mögen. Daraus sind dann die 2010 in den USA aufgetauchten Legenden entstanden, die es nun auch nach Deutschland und Österreich geschafft haben“, ist auf der Seite der TU Berlin zu lesen.
Auf der Internetseite sind übrigens noch zahlreiche weitere dieser Hoax-Geschichten zu finden. Immer wieder machen die merkwürdigsten Gerüchte die Runde. Wer Facebook nutzt, wird wahrscheinlich eine Vielzahl bekannter Geschichten erkennen, die in dem sozialen Netzwerk immer wieder geposted und verbreitet werden.

Und hier geht es zur Internetseite der TU Berlin. Hier gibt es eine Auflistung der Gerüchte und Falschmeldungen.“

hoax-info.tubit.tu-berlin.de/hoax

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