Nach der Schule eine Air Jibe


Lukas spring durch die Paradise Bay. Eine Air Jibe und eine sichere Landung. Was bei dem 13-Jährigen völlig locker ausschaut, ist für viele – erfahrene – Surfer eine große Herausforderung. Die Air Jibe ist ein Manöver, an dem Surfer mitunter Jahre herum probieren. Seit seinem siebten Lebensjahr steht Lukas Schill auf dem Surfboard. Neben der Air Jibe beherrscht er auch noch den „Bodytrack“ und diverse andere Sprünge. „Das macht halt Bock“, grinst er.

Im Jahr 1993 hat sein Vater Chris Schill auf Karpathos das heutige Pro Center in der Paradise Bay eröffnet. Lukas wurde 1999 geboren und wuchs mit Surfbrettern, Segel, Wasser und Strand in Griechenland auf. Und das hat sich bis heute nicht geändert.
Lukas, der in Bayern die siebte Klasse in der Realschule besucht, verbringt den Sommer mit seinen Eltern und Schwester Sandra auf Karpathos. Das ist sein Revier. „Ich übernehme später die Surfstation“, ist er sich bereits heute sicher. Zu seinen Lieblingsbeschäftigungen neben dem Surfen gehören alle Wassertsportarten, Fischen, Tauchen, Motorbootfahren. Hauptsache, das Element Wasser ist dabei.

Doch neben all dem Wasserspaß auf Karpathos darf natürlich auch die Schule nicht zu kurz kommen. Da die Schulen in Deutschland den Auslandsaufenthalt von Lukas und Sandra auf Karpathos von Pfingsten bis zum Ende der Sommerferien genehmigen, muss der Lernstoff natürlich vor Ort vermittelt werden. Dafür werden die Beiden auf Karpathos von einer Privatlehrerin unterrichtet. Hinzu kommt Griechischunterricht. Zwar haben beide Kinder vier Jahre den Kindergarten auf Karpathos besucht und sprechen griechisch. Die Sprache wird jedoch mit einer griechischen Lehrerin von der dortigen Hochschule weiter unterrichtet.

Lukas springt eine Air Jibe
Lukas springt eine Air Jibe

Nach Schulschluss geht es natürlich sofort wieder aufs Board. Das ist übrigens im Fall von Lukas maßgefertigt. Der 13-Jährige ist inzwischen im F2 Junior International Team. Der bekannte F2-Shaper Daniel Aeberli hat eigens für Lukas ein 35-Liter-Board geshaped.
Durch den Speedworld Cup am Pro Center, der inzwischen sechsmal Top-Surfer aus aller Welt nach Karpathos gelockt hat, kennt Lukas auch einige Stars der internationalen Surferszene persönlich. Allen voran den mehrfachen Weltmeister Björn Dunkerbeck. Ob er sich vorstellen kann, mal in dessen Fußstapfen zu treten? „Das weiß ich noch nicht. Hauptsache, ich mache etwas mit surfen“, erzählt Lukas.
Die Surfbegeisterung hat Lukas zweifelsohne in die Wiege gelegt bekommen. Vater Chris und Mutter Elke Schill sind begeisterte Surfer. Und auch die elfjährige Schwester Sandra surft inzwischen sehr gut. Optimale Voraussetzungen sind ja auch schließlich vorhanden.

„Wir haben die älteste Surfstation auf der Insel“, erzählt Chris Schill. 30 bis 40 Bretter gab es in den Anfängen. Heute verfügt die Station über rund 160 Bretter und einen zweiten Spot in der Lagune, einem großen Stehrevier für Ein- und Aufsteiger.

Karpathos ist ein Starkwindrevier. Hier pustet der Meltemi (Wind in der Ägäis) in den Sommermonaten mit durchschnittlich fünf bis acht Beaufort über die Insel. Für Surfer ein Traum. Nicht ohne Grund, gehört die Insel zu den besten Revieren in Europa. Dort kann man in den Sommermonaten nicht nur mit atemberaubender Geschwindigkeiten über das Wasser flitzen, sondern auch weiter die Air Jibe optimieren, neue Manövern versuchen – oder – um es mit Lukas Worten zu sagen: „Hauptsache Surfen“.

www.chris-schill.com

Dieser Artikel ist am 17. Juni in der Wochenpost erschienen.

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