Macht Urlaub in Griechenland!


Griechenland mit Rettungsschirm
Griechenland mit Rettungsschirm – allerdings nicht aufgespannt….

Jassas! Nennt mich mutig. Ich war zwei Wochen in Griechenland. Und ich wurde weder verhauen, noch angepampt und vor meinen Füßen wurden auch keine deutschen Fahnen verbrannt. Es war wie immer. Schön! Der Ouzo wird nach wie vor in großen Gläser mit Eisstücken serviert, das Mythos ist kalt. Der Raki schmeckte noch immer nach Benzin, der griechische Salat wird natürlich mit Schafskäse gereicht. Und Tzatziki schmeckt immer noch wie Tzatziki. Basta!

Und was ist mit den Griechen? Nun, hierzulande wird ordentlich auf diese Griechen geschimpft. Faul seien sie, leben auf unsere Kosten, wollen mit 60 in Rente gehen (würde mir übrigens auch gefallen) und dann hassen sie uns ja auch noch bzw. unsere Bundeskanzlerin. Angeblich finden die Griechen ja, dass wir alle Nazis sind. Und in den Ouzo sollen sie uns auch spucken. Und beim Ouzo hört der Spaß dann doch irgendwie auf. Sogar Günter Grass hat sich unlängst mal wieder eingemischt und über Griechenland geschrieben. In „Europas Schande“ nimmt er die Griechen allerdings in Schutz und kritisiert den Umgang Europas mit dem hochverschuldeten Griechenland. Glaube ich zumindest. Ist aber auch letztendlich egal. Die Schulden der Griechen wird es nicht senken und die Urlauber werden nach dem Grass-Gedicht kaum zuhauf in das Land pilgern. Versteht ja auch kaum jemand – also das Gedicht. Außerdem blickt allmählich ja eh niemand mehr durch, wer Schuld an diesem ganzen Chaos ist. Da richtet auch so ein Grass-Gedicht keinen Schaden an. Sagt doch, ihr seid Schweizer hat uns jemand empfohlen. Schweizer? Ja, tickt der denn? Ich lasse mich doch lieber für Angela Merkel verhauen als mich als Schweizerin auszugeben. Ein Land, das Deutsche überhaupt nicht mag, wie erst kürzlich die Schweizer Abgeordnete Natalie Rickli festgestellt hat. Nee, ganz ehrlich, da schaue ich mir lieber an, wie eine deutsche Fahne in Flammen aufgeht (Das ist aber natürlich nicht passiert). Vielleicht ist das mit der Schweiz ja noch eine Beitragsidee für Grass, aber jetzt komme ich irgendwie vom Thema ab. Jedenfalls habe ich mich nicht als Schweizerin ausgegeben und in den zwei Wochen wurde auch nichts um mich herum verbrannt. Sieht man einmal von der Zigarette im Mundwinkel unseres Autovermieters Manoli ab. Aber die hängt da bereits seit Jahren und wahrscheinlich würde er innerhalb eines Tages tot umfallen, wenn sie plötzlich gelöscht wäre. Ich habe das jedenfalls mal nicht als Anschlag gewertet… Aber jetzt mal ganz im Ernst: Es ist Zeit, dass dieses Bashing gegen Griechenland endlich aufhört. Bis zu 30 Prozent weniger deutsche Urlauber, leere Hotels und Tavernen. Das hat Griechenland nicht verdient. Vor allem auf den Inseln leben viele Menschen vom Tourismus und müssen in einer ohnehin sehr kurzen Saison (Mai bis September/Oktober) genügend einspielen, um über den Winter zu kommen. Und es ist momentan wirklich wenig los. Hinzu kommt, dass viele Griechen aufgrund der Sparpolitik und der zahlreichen neuen Steuern völlig verunsichert sind. Das wird sich auch vermutlich nach den Neuwahlen am 17. Juni nicht ändern. Was sich ebenfalls nicht geändert hat – und das ist meine Erfahrung auf der Insel Karpathos – ist die Freundlichkeit und das herzliche Willkommen der Griechen. Fazit! Fahrt zu den Griechen, gebt eure Euros aus und habt Spaß. Das kann man tatsächlich unbeschadet überstehen.

4 thoughts on “Macht Urlaub in Griechenland!”

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