Facebook und ein Abo-Fake…


Kaum droht Facebook mit „Timeline“ geht die Post ab. Weil ich es heute mehrfach auf Facebook gelesen habe, möchte ich mal ein paar Zeilen dazu schreiben:

„Bitte tut mir einen riesen Gefallen… geht mit dem Cursor bitte auf meinen Namen (nicht klicken!), dann wartet bis der Kasten erscheint (mit meinem Namen und Bild drin). dann geht mit dem Cursor auf den „abonniert“ Button und wartet auf das Drop-down-Menü, dann macht bitte den Haken weg bei Kommentare und „gefällt mir“. DANKE!!! Und dann postet das in euren Status, wenn ihr auch nicht wollt, das jeder einzelne Post und „gefällt mir“-Klick von euch für jeden rechts im Newsticker sichtbar ist. Ich tu das auch gerne für euch – einfach auf „gefällt mir“ klicken.“

Das lese ich gerade in den unterschiedlichsten Variationen als Kettenbrief bei Facebook. Und es ist ein Fake! Erstens bestimme ich selber, was ich mit wem teile und zweitens glaubt doch wohl niemand, dass alle Freunde diesen Abo-Klick abmelden werden?!?!?

Auch wenn Facebook Daten ohne Ende sammelt und in Zukunft sogar noch mehr sammeln will: Ich bestimmte unter meinen Privatsphäre-Einstellungen selber, wer von meinen „Freunden“ etwas lesen darf und wer nicht. Die Nutzer, die ihr Profil auf „öffentlich“ oder „Freunde von Freunden“ stehen haben, sind selber Schuld, wenn die halbe Welt mitliest. Bei 100 Freuden, die wiederum 100 Freunde haben, kommt da blitzschnell eine ordentliche Zahl zusammen….

Also noch mal: Abonnieren kann mich nur jemand, wenn ich etwas öffentlich teile! Wenn ich etwas öffentlich teile, dann mache ich das bewusst (hoffentlich) und dann sollen die Leute das auch lesen. Wenn ich allerdings jede Freundschaftsanfrage annehme, jeden Post auf „Freunde“ und „Freunde von Freunden“ stelle, dann darf ich mich später nicht beschweren. Und nach wie vor gilt – und ich kann mich da nur immer wiederholen: Letztendlich bin ich selber dafür verantwortlich, welche Daten ich Facebook und anderen Netzwerken zur Verfügung stelle.

Nehmen wir uns alle mal nicht so wichtig und sortieren einfach mal unser Profil ordentlich. Dann klappt das auch mit Facebook…😉

11 thoughts on “Facebook und ein Abo-Fake…”

  1. das ist wie mit dem bewusstsein: nur die spitze des eisberges.
    du vergisst, dass FB schon allein aufgrund der wunderschönen verhaltens- und einstellungsdaten mehr über dich weiß, als du selbst. privateinstellungen hin oder her, deine persönlichkeit äußert sich in handlungen und worten. und die machst du in FB freiwillig publik. die zukunft sagt danke – aber leider nicht deine, sondern die derjenigen Firmen, welche sich zugang zu den deinen Personendaten auf dem Server in Kalifornien verschaffen können.
    da hilft auch keine Medienkompetenz.
    wir haben für ein wenig billigen narzismus das verkauft, was unsere eltern und großeltern teils unter großen entbehrungen erkämpft haben.

    geht zu diaspora, friendika oder ähnlichen distributet-netzwerken. da gehört man sich noch selbst.

    grüße

  2. Schöner Artikel – das ist ganz meine Meinung. Man muss nur aufpassen WAS man mit WEM teilt – dann erübrigt sich solch eine unwirksame freiwillige Selbstkontrolle. Ich habe mich auch über diesen Kettenbrief aufgeregt und mir dann schließlich in meinem Blog dazu Luft gemacht.

  3. @Opalkatze
    ich bin zwar fb-kritiker, aber wenn bei mir etwas in Arbeit ausartet, das ich mir sparen kann und will, dann spare ich es mir einfach.
    Dennoch gibt es einen wahren Kern bei der Empörung: kann eine Plattform, die von der Aktivität ihrer User lebt, einfach ständig die Regeln ändern, weil sie weiß, daß niemand Bock hat, mal einfach eben so auf eine andere Plattform zu gehen und dort von vorne anzufangen? Ich verstehe schon, wieso Leute nicht 2 Jahre „Beziehungsarbeit“ (klingt komisch) nicht mal einfach zunichte machen wollen. Um meine 92 Freunde auf Google+ oder sonst wo zu finden, müßte ich ganz schön lange suchen, wozu ich mal überhaupt keinen Bock habe.
    http://feydbraybrook.wordpress.com/2011/09/24/facebook-will-alle-daten/

  4. Für mich ist die hohe Popularität dieses Fakes und die nicht geringe Anzahl derjenigen, die darauf reingefallen sind, auch ein Zeichen dafür, wie wenig Leute mit dem Privatsphäresystem und mit anderen Funktionen von Facebook tatsächlich ausreichend vertraut sind.

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