Interview mit Anna Maria Kaufmann:- „Ich wollte immer singen“


Ich habe für die Wochenpost ein Interview mit Anna Maria Kaufmann geführt. Die Sängerin ist im Rahmen der großen „Anna Maria Kaufmann- Gala“ zu Gast in Stadtlohn.

Anna Maria Kaufmann im Interview
Anna Maria Kaufmann im Interview

Hier ist ein Teil der Antworten: Das komplette Interview gibt es hier…

Frau Kaufmann, wo erwischen wir Sie gerade telefonisch?

Anna Maria Kaufmann: Ich habe gleich Proben und bin jetzt dabei, meinen Tag zu organisieren.

Sie treten am 14. Juli im Rahmen der großen Anna-Maria Kaufmann-Gala in Stadtlohn auf. Wissen Sie eigentlich, wo dieses Stadtlohn liegt?

Kaufmann: Ehrlich gesagt nicht genau.

Stadtlohn liegt im Westmünsterland. In der Nähe der niederländischen Grenze.

Kaufmann: Da war ich noch nie. In der Nähe von Münster habe ich aber Bekannte. Das werde ich denen sagen. Die müssen unbedingt zur Gala nach Stadtlohn kommen.

Können Sie uns etwas zum Programm in Stadtlohn verraten?

Kaufmann: Ich werde auf jeden Fall meine Lieblingstitel singen. Die Titel, denen ich meine Karriere aus dem Phantom der Oper zu verdanken habe. Außerdem werde ich etwas aus der Klassik singen, was ich liebe. Vielleicht wird es die Arie der Lucia. Ein Duett aus Phantom der Oper. Zudem etwas aus Carmen. Und einen besonderen Song möchte ich singen. Das  ist ein Song von Leonard Cohen mit dem Titel „Hallelujah“. Den würde ich sehr gerne singen. Ich bin dabei, die Arrangements für das Orchester zu bekommen. Aber ich glaube, das klappt.

Mit dem Musical „Phanton der Oper“ sind sie in der Rolle der Christin und an der Seite von Peter Hoffmann berühmt geworden. Haben Sie diesem Musical alles zu verdanken?

Kaufmann: Sagen wir so: Vielleicht sollte es so sein, dass ich diesen Weg als Sängerin gehe. Vielleicht wäre es auch anders gekommen, aber ich habe damals diese Chance als Sängerin bekommen, habe vorgesungen, vorgetanzt, vorgespielt und die Rolle bekommen. Ich bin ständig von München nach Hamburg mit dem Zug gefahren, bis ich ausgesucht wurde.

Ich bin in der Rolle richtig aufgegangen und ich denke, dass ich dieser Rolle viel zu verdanken habe. Ich habe zwölf Jahre lang eine wichtige Wegstrecke meines Lebens mit Peter Hoffmann bei Konzerten, bei Fernsehsendungen und verschiedenen Aufnahmen verbracht.
Ich habe über Sie gelesen, dass Sie bereits als Kind den Traum hatten, Musikerin zu werden. Was macht die Faszination dieses Berufes aus?

Kaufmann: Ich wollte immer singen und ich habe schon als Kind gesungen. Allerdings ohne zu wissen, was man damit machen kann, denn ich bin in einem kleinen kanadischen Dorf aufgewachsen. Das war irgendwie nicht so klar, als wenn man in einer Großstadt damit aufwächst. Ich habe überall gesungen, meine eigene Band gegründet, im Chor gesungen usw.. Ich habe Gitarre gelernt, damit ich singen konnte. Das war immer ein Teil meines Lebens.
Ich liebe es zu singen, zu spielen und zu tanzen. Das gehört irgendwie zusammen. Auf der Bühne zu stehen oder vor der Kamera – da gehöre ich halt hin.  Das ist mein Leben. Zu singen ist ein Gottes-Geschenk. Im idealen Fall stehe ich auf der Bühne und bin nicht mehr ich. Ich habe mich vorbereitet, ich singe und stehe da und es fließt durch mich etwas, was ich weitergeben kann. Das ist ein unglaubliches Gefühl.

Sie werden häufig als Musical-Diva oder Opern-Diva bezeichnet. Mögen Sie diesen Ausdruck überhaupt?

Kaufmann: Ich finde den Ausdruck nicht so schlimm. Wenn man das über jemanden sagt, dann hat es eher etwas Elegantes und dann hat man etwas erreicht. Ich sehe das eher als Kompliment und nicht von der Seite, dass ich zickig bin. Ich glaube nicht, dass ich so extrem schwierig bin, deshalb macht es mir nicht so viel aus.
Nehmen wir das Beispiel Sophia Loren. Das ist eine Frau, die auch als Diva bezeichnet wird. Sie ist aber deswegen nicht schwierig. Es hat in diesem Zusammenhang eher etwas mit einer angeborenen Eleganz zu tun. Ich betrachte Diva eher als eine Auszeichnung.

Sie sind in der Klassik und im Musical Zuhause. Gibt es noch eine andere Musiksparte, die sie gerne einmal ausprobieren würden?

Kaufmann: Ich bin klassisch ausgebildet, aber ich bin, so glaube ich, die geborene Crossover-Sängerin. Ich werde beispielsweise auch einen Popsong singen, der klassisch präsentiert wird. Das hat damals auch Peter Hoffmann gemacht mit Rock-Classics.
Das war eine neue Idee. Das singe ich auch sehr gerne. Es gibt gute und schlechte Musik und ich versuche stets, die Lieder mit meiner Stimme und meinen Gefühlen zu singen.

Heute gibt es zahlreiche Musicals, die durch das Land touren und auf verschiedenen Bühnen zu sehen sind. Glauben Sie, dass Sie Wegbereiterin dieser Musical-Begeisterung in Deutschland sind?

Kaufmann: Das habe ich noch nie so betrachtet. Vielleicht ist es so. Der erste kommerzielle Erfolg war das Phantom der Oper. Ich war Christin und damit habe ich vielleicht das kommerzielle Musical mitgeprägt.

Sie sind im Vorjahr als Stargast bei Holiday on Ice aufgetreten.  Wie war der Ausflug auf das Eis?

Kaufmann (lacht): Ich bin in Kanada aufgewachsen. Wenn man dort nicht Schlittschuhlaufen kann, dann macht man etwas verkehrt. Es macht mir einfach Spaß. Holiday on Ice hat angefragt und ich habe zugesagt. Es ist super. Ich habe die Möglichkeit, auf diese Art Halbträume zu erleben. Obwohl ich keine Prima-Ballerina bin, konnte ich beim Phantom der Oper meine Ballettausbildung nutzen. Und bei Holiday on Ice konnte ich mein Schlittschuhtraining, das ich als Kind hatte, verwenden. Es macht einfach Spaß.

Zum Schluss etwas ganz anderes: Sind Sie als geborene Kanadierin fußballbegeistert?

Kaufmann: Ich habe durch das Singen der Deutschland-Hymne Kontakt zum Fußball bekommen. Ich habe einen deutschen und einen kanadischen Pass. In Kanada habe ich die Hymne häufig vor den Spielen gesungen. In Deutschland dann 1994 erstmals vor dem Spiel Deutschland gegen Kanada.

Danach habe ich sie noch mehrfach gesungen, unter anderem vor dem Finale der EM 1996 in Wembley. Das letzte Mal habe ich die deutsche Hymne in Südkorea 2002 gesungen. Durch diese Verbindung habe ich mir Fußballspiele angeschaut und dort habe ich meine Begeisterung für den Fußball gefunden. Es gibt schließlich viele  Parallelen zu meinem Beruf.

Die da wären?

Kaufmann: Ein Fußballer muss sich auch hinter den Kulissen sehr gut vorbereiten. Es kommt alles auf ein Spiel an, auf das lange hingearbeitet wird.  Das ist bei uns vor dem Auftritt ähnlich. Es ist mit viel Aufregung und Anspannung verbunden.  Man muss auf den Punkt genau Höchstleistungen bringen.

Verfolgen sie eigentlich momentan die Spiele der Frauen-Weltmeisterschaften?

Kaufmann: Ein bisschen.

Sind Sie denn für Deutschland oder für Kanada?

Kaufmann: Im Fußball bin ich für Deutschland, weil ich hier den Fußball überhaupt kennengelernt habe. Beim Eishockey bin ich allerdings für Kanada.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s