Von der Schicht zur A40


Ein Kulturhighlight jagt das nächste. Das Ruhrgebiet steht nicht still. Und schon gar nicht im Kulturhauptstadtjahr 2010. Der !Sing Day of Song ist vorbei. Am 19. Juni findet die Extraschicht mit einem tollen Programm statt. Rund einen Monast später (18. Juli) wird auf der A40 gepicknickt. Und wir (Squashclub) sind dabei. Mit einigen Squashaktionen. Die Planung laufen auf jeden Fall noch auf Hochtouren. Aber wir wissen wenigstens, wo wir sitzen. Hier ist unser Squashtisch (Block 62, km 0,16, Tisch 35). Wir freuen uns natürlich über viele Besucher…

Hier ist noch der offiziellePressetext der Ruhr2010: Wissen Sie, wo eine Autobahn aufhört und anfängt? Ist Ihnen bekannt, wer die Ränder, die Bauten und Räume links und rechts des Schallpegels belebt, nutzt und weiter entwickelt? Wie funktioniert die Autobahn, was gibt sie vor, wie leben die Bewohner und Besucher, die Betriebe und Konsumenten an und mit der großen Straße?

Die A 40 ist die lange, unbekannte Mitte des Ruhrgebiets, in der sich täglich 100.000 Besucher bewegen, die von einer Million Anwohnern gesäumt wird. Schrebergärten und Einkaufsmeilen, Kulturproduktion und Schattenwirtschaft, globaler Transit und lokale Fischzucht – sie alle nutzen die große Straße als Infrastruktur, Plattform, breiten Rücken, Knotenpunkt.

Entlang der A 40 hat sich im Schatten der Kernstädte ein eigenwilliger Stadtraum generiert, der durch das prognostizierte Verschmelzen der Ruhrstädte zur Metropole unvermittelt von der Peripherie zum Zentrum gewendet wird. In dieser einmaligen Umkehrung wird die „Große Straße“ vom problematischen Verkehrsraum zum Boulevard der Metropole Ruhr. B1|A40 steigt aus und fragt nach: Wie generieren sich Räume jenseits zielgerichteter Planungsinteressen und Nutzungszuordnungen? Wie wirkt sich das Fehlen politischer und ökonomischer Interessen auf die Gestaltung von Räumen aus? Bieten selbst regulierte Räume auch Lösungsvorschläge für die Stadtplanung?

Die Ausstellung „B1|A40 – Die Schönheit der großen Straße“ der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 nimmt ihre Besucher mit in die vielschichtigen wie schwierigen Lagen jenseits der Schallschutzwand, in denen Künstler und Planer gemeinsam mit den Anwohnern – den eigentlichen Pionieren der A 40 – diesen Fragen nachgehen. Auf Standstreifen und Restflächen, in Feuchtbiotopen und Einkaufscentern, zwischen Gewerbeagglomerationen und Dorfidyllen finden sie Arbeiten und Vorschläge einer Ausstellung, die sich direkt vor Ort aus ihrem Kontext heraus entwickelt. Sie zeigt zwischen dem 12. Juni und 8. August 2010 eine Region, die sich entlang der großen Straße selbst neu erfindet. Sechs thematisch unterschiedene Ausstellungsorte, bespielt von 17 international renommierten Künstlerinnen und Künstlern, Planern und Architekten, machen den Straßenraum und dessen unmittelbare Umgebung erfahrbar und im Kulturhauptstadt-Sommer 2010 die A 40 zum vitalen Stadtraum der Metropole Ruhr.

Die Kunstprojekte aus den Bereichen bildende Kunst sowie Architektur und Städtebau sind so vielfältig wie das Leben entlang der A 40 zwischen Dortmund und Duisburg. Die von Markus Ambach kuratierte Ausstellung im öffentlichen Raum befragt die Zwischenräume und Raumgefüge auf ihre Strukturen und deren Bedingungen hin. An dem Ausstellungsparcours von 60 km Länge entstehen 18 Kunstwerke von u.a. Atelier van Lieshout, Rita McBride, Thomas Rentmeister oder Peter Piller. Im direkten Kontext der vielbefahrenen Autobahn entstanden künstlerische Arbeiten an unerwarteten Orten, wie im Autobahnkreuz Duisburg-Kaiserberg, dem Rhein-Ruhr-Zentrum in Mülheim, dem Essener Wasserturm, der Stadtkrone in Dortmund oder dem Dückerweg in Bochum entlang der Themen „Globalokal“, „Neue Landschaften“ oder „Roadmovie Ruhr“.

Parallel zum Kunstprojekt „B1|A40 – Die Schönheit der großen Straße“ sollen der regionale Masterplan und ein Gestalthandbuch unter der Regie der Stadt Bochum die Um- und Neugestaltung der A 40 auf nachhaltige Weise auch über das Jahr 2010 hinaus fortsetzen. Der „Regionale Masterplan A40|B1“ der Städte zwischen Moers und Unna hat eine identitätsstiftende Gestaltung des zentralen Verkehrsbandes zum Ziel, um die regionale „Erfahrbarkeit“ der Metropolregion Ruhr zu stärken.

Das ebenfalls entstehende „Gestalthandbuch B1|A40“ der Planer orange.edge/davids, teerfrüchte + partner lotet im Auftrag der Anrainerstädte und Straßen.NRW aus, welche Gestaltungsmöglichkeiten im Straßenraum sich bieten, wenn die Sicherheit bei 100 km/h im Vordergrund steht.

B1|A40 wird realisiert von MAP Markus Ambach Projekte unter der Trägerschaft der Stadt Bochum im Verbund mit den Anrainerkommunen der A40/B1 und dem Landesbetrieb Straßen.NRW. Es wird gefördert durch die RUHR.2010, die Kunststiftung NRW, das MBV NRW, die Landesinitiative StadtBauKultur NRW und das Niederländische Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft (OCW).

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