Ent-social-networked: Ich lebe momentan ohne Facebook


„Hi Silke, Du hast dein Facebook-Konto deaktiviert. Du kannst es jederzeit reaktivieren, indem du dich mit deiner alten E-Mail-Adresse und deinem Passwort bei Facebook anmeldest. Du kannst die Seite dann genauso nutzen wie zuvor.“

Will ich aber momentan gar nicht, denn ich mache ein Experiment: Seit dem 21. Februar lebe ich ohne Facebook. Entschleunigung, würde eine Freundin sagen. Fasten, nennt es der Kollege.

Wie dem auch sei. Ich habe mich – vorübergehend – ent- social-networked. Ich nenne es Experimnet. Werde ich Facebook vermissen? Oder ist es am Ende nur Zeitverschwendung zu sehen, wer auf irgendwelchen virtuellen Farmen Felder umgräbt? Oder wer mir wieder Einladungslinks für lustigen Gruppen und virtuellen Geschenke schickt? Ich werde es feststellen.

400 Millionen Menschen nutzen Facebook. Jetzt möchte Google mit Buzz dazwischen hauen und sich die Taschen mit Werbeeinnahmen vollstopfen. Google-Buzz ist seit ein paar Tagen in meiner Googlemail zu finden. Ich habe es erstmal deaktiviert, denn der „Schnatterdienst“ hat gleich richtig dicke Patzer eingestanden. Nach dem Flop Google-Wave ist Buzz nun der nächste Versuch, an Userdaten und Werbeeinnahmen zu kommen. Das ist ok, für den, der es in Kauf nimmt. Wer es nicht mag, schaltet ab.

Facebooker verbringen übrigens – laut einer glaubhaften Statistik – im Schnitt täglich fast eine Stunde auf der Seite.  Und diese Stunde will Google natürlich selber in bare Werbeinnahmen ummünzen. Google hat jetzt sein eigenes Facebook.

Mein Facebook, also das deaktivierte, hat mir in den vergangenen Wochen Freundschaftsanfragen geschickt, an denen ich kein Interesse habe. Was soll ich mit Leuten, die mir zwar beruflich bekannt sind, die aber in meinem Privatleben nix verloren haben? Ich will Facebook für Freunde und Leute, die ich auch privat gut kenne. Jetzt ist es aber erstmal ausgeknipst.

Zunächst einmal war das gar nicht so einfach. Faceboook hat mir Profile meiner Freunde präsentiert und mir aufgezählt, wer mich alles vermissen wird. Dann musste ich unbedingt einen Grund angeben und wieder bestätigen, dass ich wirklich weg will.  Schließlich musste ich auch noch alle  E-Mail-Benachrichtigungen aussschalten und ein paar Zahlen und Bestätigungen eingeben. Und nach etlichen Minuten war ich deaktiviert. Wohlgemerkt: Deaktiviert und nicht gelöscht.

Ich habe am Montag sofort die eine oder andere Mail bekommen, ob ich ein technisches Problem mit Facebook habe, oder ob ich mein Profil vielleicht aus Versehen deaktiviert habe. Nee, habe ich nicht. Das war mit voller Absicht.

„Mein digitaler Selbstmord“ – Abschied von StudiVZ und Xing. So hat der Spiegel vor einiger Zeit einen Artikel zu diesem Thema getitel. Ganz so dramatisch würde ich das nicht bezeichnen. Die Freunde, mit denen ich viel Kontakt habe, von denen habe ich auch in den letzten drei Tagen via Skype bzw. per E-Mail etwas gehört. Und so ganz social-network-los bin ich schließlich auch nicht. Nach wie vor wird getwittert und bei Xing bin ich ebenfalls noch.

Prompt fiel mir natürlich heute ein, dass wir auch von der Zeitung ein Facebook-Profil betreuen. Das hatte ich bei der Deaktivierung nicht berücksichtigt. Egal, da muss der Kollege jetzt einspringen und aktualisieren.

Ich werde weiter berichten….

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