Welt „fliegt“ live per Twitter und CNN beim Heene-Fake mit


Ein sechsjähriger Junge ist am 15. Oktober angeblich alleine in einem Heliumballon über dem US-Bundesstaat Colorado geflogen. Und die Welt hat es live per Twitter verfolgt.

BREAKING NEWS: A 6-year-old boy is floating away in a hot air balloon. Watch live: http://www.cnn.com/live

hieß es gegen 20.45 Uhr auf CNN-Twitter. Innerhalb von nur wenigen Minuten verbreitetet sich diese Nachricht wie ein Lauffeuer. Auch eine Stunde nach der ersten CNN-Meldung war bei Google-News noch nichts über diese völlig verrückte Ballonfahrt zu lesen. Dafür war die Ballonfahrt innerhalb weniger Minuten unter den Trending  Topics #Denver, #Balloon, #Hot-Air-Balloon #CNN, #Saveballoonboy zu lesen.

BalloonPro Minute kamen für jedes Trending hunderte neue Meldungen, Retweets usw..  Die Agenturen AFP hat um 21.23 Uhr (MEZ) erstmals von der Ballonfahrt berichtet, doch auf den Homepages der großen deutschen Tageszeitungen ist zu diesem Zeitpunkt noch keine Nachricht über die Ballonfahrt zu lesen.

Dafür sind alle Twitter-User bereits bestens informiert, denn an denen konnte diese Nachricht mit Sicherheit nicht vorbei gehen. Im Sekundentakt liefen tausende von neuen Tweets ein. Allerdings „verpuffte“ die Top-Meldung plötzlich wieder, denn zwar wurde der Ballon vom Himmel geholt, doch der kleine Junge war nicht an Bord. Klar, dass nur wenige Minuten später eine groß angelegte „Suchaktion“ mit verschiedenen Theorien über Twitter hereinbrach.

Übrigens:  Der kleine Falcon Heene ist nach Polizeiangaben Stunden später gesund und munter in der Garage seiner Eltern entdeckt. Alles war nur ein Fake und inszeniert, wie sich jetzt herausgestellt hat.  Das Pseudodrama um die skurrile Familie Heene ist ein beeindruckendes Beispiel für die Sensationssucht der Menschen.  Da will eine Familie um jeden Preis in die Medien und Sender wie CNN springen darauf an, ohne auch nur einmal kritisch nachzufragen. Die Familie trat in zahlreichen Reality-Shows auf und von Vater Richard Heene kursieren zahllose YouTube-Clips, in denen er wirres Zeugs über Aliens redet. Ein paar kritische Nachfragen hätten die Geschichte blitzschnell entlarvt. Aber dazu war wohl keine Zeit bei CNN, denn die Kollegen waren damit beschäftigt einen Ballon-Fachmann nach dem anderen vor das Mikro zu zerren.

Ein krasses Beispiel für den Umgang mit Nachrichten im Web 2.0.

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