Zwischen Diplomatie und Homophobie*


Ein schwuler Außenminster und eine Frau als Kanzlerin. Jetzt mal ehrlich, wo außer bei uns gibt es das? Eigentlich ein schönes Beispiel, das zeigt, wie offen Deutschland ist. Doch kaum wird Guido Westerwelle als möglicher Außenminister gehandelt, da taucht die Diskussion auf, ob Deutschland sich einen Vetreter der auswärtigen Interessen leisten kann, der offen schwul lebt.
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Deutschland kann  – und es muss darüber gar nicht groß diskutiert werden. Momentan gibt es sieben Staaten auf der Welt, die aufgrund ihres Scharia-Rechtssystems (Strafgesetze des Islam) für Homosexualität die Todesstrafe vorsehen.

In all diesen Ländern dürfte Westerwelle eine unerwünschte Person sein. Bleibt natürlich die Frage, ob die Meinung solcher Staaten ein Maßstab für eine offene Gesellschaft in Deutschland sein darf. Diese Frage lässt sich klar mit einem Nein beantworten. Und um es einmal ganz deutlich zu sagen.

So offen ist Deutschland auch noch nicht lange. Auch bei uns wurden erst 1969 die NS-Gesetze abgeschafft, die Homosexualität unter Strafe stellten. Endgültig wurde der so genannte „Schwulenparagraphen“ 175 im Juni 1994 abgeschafft. Seitdem gibt es in Deutschland mit Klaus Wowereit und Ole van Beust die ersten schwulen Regierungschefs. Und nun womöglich ein schwuler Außenminister – damit ist ein offenes Deutschland in der Welt ziemlich weit vorne. Und das ist auch gut so!

*erschienen in der Wochenpost am Sonntag

2 thoughts on “Zwischen Diplomatie und Homophobie*”

  1. Deutschland ist nicht Vorreiter, was die Offenheit gegenüber Homosexuellen betrifft. Immerhin haben Schwule udn Lesebn imer noch nciht die gleichen Rechte, wie heterosexuelle Bundesbürger. Auch wenn unsere zukünftiger Außenminister homosexuell ist, so ist Deutschland noch nicht am Ende der Möglichkeiten angekommen.
    Immer weider kommt es zu Übergriffen auf Homosexuelle, Diskriminierung und Gewalt sind allgegenwärtig. Das nun die Person von Guido auf die eigene Sexualität reduziert wird, ist wohl mehr als unpassend.
    Vorallem Personen, wie zum Bsp. Frau Schwarzer überrascht mit ihren Äußerungen. In der letzten Ausgabe von „Hart aber Fair“ äußerte unsere Emanze der Nuuzeit ihren Unmut gegenüber einem Schwulen in einem deratigen Amt. Warum? Verschwimmen hier nicht die Grenzen von persönlichen Interessen, Symphytie und Privatleben…

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