Was macht Til Schweiger bei „Germany’s Next Topmodel“? *


Für einen Moment dachte ich, verdammt, was macht Til Schweiger denn bei Heidi Klums „Germany’s Next Topmodel“? War er aber gar nicht. Das heißt, es war schon Nuschelkönig Til Schweiger, aber der hat sich nur die Bühnendeko und einige „Top-Models“ von Heidi geliehen. Der Rest war seine eigene Show, die in dieser Woche unter dem Titel „Mission Hollywood“ an den Start ging.

 Das Konzept zur Heidi-Show ist identisch. Nur geht es diesmal nicht nach Hollywood zum Foto-Shooting für ein angesagtes Live-Style-Magazin. Diesmal geht es „komplett” nach Hollywood.

Für eine Filmrolle, wenn ich es richtig verstanden habe. Dafür müssen irgendwelche vermeintlichen Schauspielerinnen sich zum Deppen machen, müssen alle RTL-Klischees (inklusive Lesbenkuss, Strippen) erfüllen, um anschließend von einer „fachkundigen“ Jury, bestehend aus Til Schweiger, seinem Busenfreund Heiner Lauterbach und noch einem dritten Juroren, dessen Namen man allerdings bereits nach der Einblendung  wieder vergessen hat.

Die Casting-Shows nehmen kein Ende. Erst wird das Publikum in der – gefühlten – 1000. Staffel Deutschland sucht den Superstar verdummt, dann stampfen Models auf dem Weg zum großen Lebenstraum über den Laufsteg und jetzt geht es nach Hollywood.

Und die Zuschauer nehmen es offenbar gelassen hin. Wahrscheinlich würde es gar nicht auffallen, wenn plötzlich sogar Bundesligatrainer gecastet werden würden. Man müsste allerdings an diesem „Deutschland-sucht-den-Supertrainer“-Modus etwas arbeiten. Denn wenn die Show so lange wie Klums-Model-Casting (15 Episoden) dauern würde, dann wäre die Hinrunde bereits vorbei. Wäre das vielleicht eine Idee, liebe Unterhaltungschefs? Apropos: Wann gibt es eigentlich eine Castingshow mit dem Titel „Deutschland-sucht-den-anspruchsvollen-Unterhaltungssender”?

Wie dem auch sei, es bleibt ja noch das Wegzappen. Es gibt sicher irgendwo einen anderen Sender, wo gerade irgendeine Tine Häuser verschlimmbessert, Auswanderer ihr großes Glück auf den Balearen suchen oder viele Köche den Brei verderben…

Hoffentlich hat Roger Willemsen die Hollywood-Sendung nicht gesehen. Krach mit Heidi hat er ja bereits. Schließlich hat er ihre Sendung als „Exzess der Nichtigkeiten“ bezeichnet. Und das war noch eines der nettesten Zitate. Gar nicht auszudenken, was er über „Mission Hollywood“ zu sagen hätte.

Ach, und den Namen des Dritten sollten wir uns doch besser merken Der Schweiger-Kompagnon heißt Bernard Hiller (sagt Google) und ist Schauspiellehrer in Hollywood. Selbstverständlich arbeitet er nur mit den Größten der Branche zusammen. War ja irgendwie klar, oder?

* veröffentlicht in der Wochenpost

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s