Karpathos #4


Eine Insel, die nicht einmal eine Ampel hat, nimmt man als Autofahrer – der aus einem Staugebiet stammt – ehrlich gesagt nicht richtig ernst. Karpathos hat so gut wie keine Verkehrszeichen. Wenn, dann sind sie irgendwie wahllos aufgestellt, mitunter mit einem dicken Filzstift nachgezeichnet und irgendwie hält sich niemand daran. Das allerdings funktioniert perfekt. Niemand kümmert sich wirklich um die Verkehrsschilder, aber das ist auch nicht weiter schlimm, denn es gibt eh so gut wie keine Autofahrer. Zumindest im Mai. Karpathos hat seine eigenes Straßenverkehrsgesetz und eigentlich fährt jeder so, wie es gerade passt. Irgendwie…

Eine karpathiotische Kreuzung....
Eine karpathiotische Kreuzung....

Vor einiger Zeit sind für die Verbesserung und den Ausbau der Straße Gelder von der EU geflossen. Fleißig wurde die Küstenstraße ausgebaut und eifrig wurden 50 Stundenkilometer –Schilder aufgestellt. Warum? Nun, das wird ein Geheimnis der Karpathiosen bleiben, denn letztendlich fährt doch jeder in der Geschwindigkeit, die ihm als angemessen erscheint. Die wohl aberwitzigste Straßenführung gibt es auf der Küstenstraße von Afiartis nach Akassa. Hier zweigt nach einiger Zeit eine Straße durch die Berge in Richtung Menetes ab. Das ist ja alles noch relativ normal, allerdings muss sich irgendein kluger Karpathiose beim Bau dieser Straße gedacht haben, dass es auch auf „seiner“ Insel unbedingt eine große Abbiegespur geben muss. Schließlich gibt es doch noch nicht einmal eine Ampel.

Folglich wurde ebendiese Abbiegespur eingerichtet., Nur leider muss das nach dem Bau der Straßen und der schon eigentlichen Abzweigung passiert sein. Denn fährt man tatsächlich auf dieser Abbiegespur entlang, stoppt man letztendlich auf einer Verkehrsinsel. Hier geht es nicht weiter. Nimmt man allerdings mehr Schwung, fährt an der Abbiegespur in einem wilden Schlenker vorbei, stoppt kurz an dem Stoppschild, was scheinbar auch noch übrig war, und fährt dann mit Schwung Richtung Menetes,  klappt es meistens ohne größere Schäden. Allerdings darf man nicht zimperlich sein und muss sich schon einmal damit abfinden, dass man für einen kurzen Moment zum Geisterfahrer. Ist aber auch wiederum nicht schlimm, da es ja eh keinen Gegenverkehr gibt. Lustig nur, dass alle Autofahrer irgendwie einmal an dieser Kreuzung vorbeikommen und verzweifeln.

Letztendlich fährt nämlich auch dort wieder jeder so, wie er Lust hat. Einen kleinen Verbesserungsvorschlag gibt es allerdings noch: Wie wäre es, wenn man an dieser Kreuzung noch eine Ampel aufstellen würde. Dann wäre Karpathos doch verkehrstechnisch optimal ausgerüstet.

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Ein Kommentar zu “Karpathos #4”

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