Auf Pirschfahrt im Krüger


Die Serie geht weiter. In der aktuellen Ausgabe der Wochenpost ist heute der dritte Teil unserer Südafrika-Serie – ein Blick in den Krüger Nationalpark – erschienen. Hier ist der Artikel dazu:

Von SILKE SANDKÖTTER

Es ist noch recht frisch im Krüger Nationalpark an diesem Morgen um 5 Uhr im November. Doch das ändert sich bald. In wenigen Stunden wird das Thermometer auf über 40 Grad klettern.

Teil 3 der Südafrika-Serie

Teil 3 der Südafrika-Serie

Auch wenn die warme Fleecejacke morgens noch zur Grundausstattung gehört und man doch noch etwas müde aus dem Augen schaut: Das frühe Aufstehen wird belohnt. Der Krüger Nationalpark in Südafrika gehört zu beeindruckensten Nationalparks der Welt. Die Artenvielfalt ist kaum zu übertreffen. Heute leben im Park fast 150 verschiedene Säugetierarten. Hinzu kommen rund 500 Vogelarten und zahlreiche Reptilien-, Amphibien- und Fischarten. Jedes Jahr kommen rund eine Millionen Besucher in den Park und erkunden auf Pirschfahrten und Safaris diese beeindruckende Tierwelt.

Das größte Wildschutzgebiet Südafrikas umfasst eine Fläche von rund 20.000 Quadratkilometern. Die Artenvielfalt des Parks ist überwältigend. Es ist ein absolutes Muss für jeden Besucher, auf Fotojagd nach den so genannten „Big 5“ zu gehen. Als die „Großen 5“ werden übrigens Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard bezeichnet.

Schon nach wenigen Kilometern Pirschfahrt gibt es an diesem Morgen den ersten sehenswerten Stopp im Krüger Nationalpark. Zwei Geparden laufen über die Straße. Sie lassen sich vom Auto nicht stören, setzten sich sogar davor auf die Straße und mustern die Blechkarosse. Die zwei Südafrikaner im Auto nebenan, die seit vielen Jahren regelmäßig den Park besuchen, sind begeistert. „Ein Geparden-Paar sieht man wirklich ganz selten. Das ist ein echter Glücktag“, flüstern sie von Autofenster zu Autofenster. Und das schon um 5.30 Uhr am frühen Morgen.
Ein paar Kilometer weiter wird dieser „Glückstag“ noch besser. Ein Leopard liegt entspannt in einem Baum und lässt sich fotografieren. Wieder sind die Südafrikaner im Auto nebenan. Und wieder strahlen sie vor Begeisterung. Sie sind übrigens nicht die einzigen, die dieses einmalige Erlebnis mit strahlenden Augen und gezückter Kamera genießen.

Elefant im Krüger

Elefant im Krüger

Im Laufe des Vormittags gesellen sich zu den Geparden und dem Leopard noch eine Elefantenherde mit rund 40 Tieren, Büffel und ein zwölfköpfiges Löwenrudel, das soeben ein Zebra erlegt hat. Und um die „Big 5“ an diesem „Glückstag“ komplett zu machen, streift noch eine Nashornfamilie durch das Unterholz. Direkt neben dem Auto. Unglaubliche Eindrücke.

Fast wirkt der Krüger Nationalpark an diesem Morgen wie eine perfekte Bilderbuchwelt für Tiere. Das ist er aber längst nicht mehr. Wilderer haben in Südafrika in diesem Jahr 405 Nashörner getötet – so viele wie noch nie. Dies bedeutet eine enorme Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als insgesamt 333 Tiere gewildert wurden, teilte die südafrikanische Nationalparkverwaltung vor wenigen Tagen der Nachrichtenagentur AFP mit. Seit Jahren steigen die Zahlen kontinuierlich: Wurden 2007 13 Rhinozerosse getötet, waren es 2008 bereits 33 und 2009 insgesamt 122. Grund ist die große Nachfrage nach Rhinozeros-Horn in Asien, wo es in der traditionellen Medizin als Mittel gegen Malaria, Epilepsie, Vergiftungen und Abszesse eingesetzt wird, obwohl es keinen wissenschaftlichen Beweis für eine Heilwirkung gibt. Auf dem Schwarzmarkt werden bis zu 500.000 Dollar pro Stück gezahlt.

Nashorn

Der Nationalparkverwaltung zufolge wurden seit Jahresbeginn 210 mutmaßliche Wilderer festgenommen. Südafrika setzt inzwischen die Armee im Kampf gegen Nashorn-Wilderer ein. Erst in der Vorwoche wurde ein Wilderer verhaftet. Insgesamt hat die Regierung im Krüger Nationalpark in diesem Jahr bereits 78 Verdächtige erwischt. Allerdings gehen die Wilderer immer professioneller vor und setzen bei ihrer illegalen Jagd Hubschrauber, Nachtsichtgeräte und Hightech-Gewehre ein. Aufklärungskampagnen machen in ganz Südafrika – und natürlich auch verstärkt im Krüger Nationalpark – mit fürchterlichen Bilder getöteter Nashörner auf das Problem aufmerksam.

Nach über fünf Stunden Pirschfahrt – und gerade einmal 80 Kilometern – geht es an diesem Tag zurück in das Camp. Inzwischen brennt die Sonne mit über 40 Grad vom Himmel. Zeit für ein verspätetes Frühstück. Und Zeit, die mehr als 200 Fotos zu sortieren.

Hier geht es zum ersten Teil der Südafrika-Serie..

Und hier zum zweiten Teil…

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